Ein Arzt mit Stethoskop um den Hals steht vor einem Tablet in einem Krankenhaus.

Cloud im Gesundheitswesen

Effizienz steigern und Ressourcen schonen

Das Wichtigste im Überblick

Die Studie "Evolution statt Revolution: Public Cloud in deutschen Krankenhäusern" der US-amerikanischen Organisation HIMSS (Healthcare Information and Management Systems Society) belegt deutlich: Im weltweiten Vergleich liegt das bundesdeutsche Gesundheitswesen im Bereich der digitalen Transformation auf einem der hinteren Plätze. Daneben zeichnet sich ab, dass viele deutsche Krankenhäuser die Cloud im Gesundheitswesen bereits nutzen und Patientenportale, die auf Public-Cloud-Lösungen basieren, großen Zuspruch finden. Eine große Herausforderung ist dabei der datenschutzkonforme Umgang mit sensiblen Patientendaten in der Cloud. Welche Chancen und Vorteile die Cloud im Gesundheitswesen bietet, erfährst du in diesem Beitrag.

Risiken und Herausforderungen des Cloud Computings im Gesundheitswesen

Es ist nicht nur ein Klischee, dass das Gesundheitswesen innovative IT-Technologien zunächst meist behutsam und vorsichtig umsetzt. Dies betrifft auch die Einführung von Cloud-Technologien – und das nicht ohne Grund: Zum einen werden von den IT-Verantwortlichen in Kliniken und Krankenhäusern die technischen Vorteile der Cloud durchaus geschätzt, zum anderen gilt aber dem Schutz von personenbezogenen Gesundheitsdaten sowie der Nutzung und Verarbeitung digitaler Patientenakten höchste Aufmerksamkeit.

Zu leicht kann es unerwünscht passieren, dass das Krankenhauspersonal die Behandlungshistorie anderer Fachärzte zu sehen bekommt, wofür der Patient nur selten eine Einwilligung gegeben hat. Hinzu kommt bei der Verwaltung von sensiblen Daten die Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben drohen hohe Bußgelder, auch wenn dies unbeabsichtigt war. Dies hat in den letzten Jahren bereits einige Krankenhäuser im europäischen Raum betroffen.

Drei Aerzte ueberpruefen die Behandlungshistorie eines Patienten am Tablet.

Status quo und Chancen der Digitalisierung: Wie sieht die IT im Gesundheitswesen momentan aus?

In Europa werden zwar in vielen Ländern schon digitale Technologien im Gesundheitswesen angewandt, doch hier ist noch viel Luft nach oben. Insbesondere Deutschland liegt im europäischen Vergleich bei der Anwendung neuer Lösungen in vielen Punkten zurück, wie die Deloitte Studie "Digital Transformation: Shaping the future of European healthcare" zeigt:

  • Die Studie basiert auf Befragungen von 1.800 Klinikmitarbeitern und Interviews mit über 40 Interessenvertretern in sieben Ländern (Dänemark, Deutschland, Italien, der Niederlande, Norwegen, Portugal und dem Vereinigten Königreich).
  • Sie ergab, dass 27 Prozent der dänischen Befragten 2019 einen Arzt virtuelle besuchten, im Vergleich zu nur 13 Prozent der Befragten in Deutschland.
  • Die Bereitschaft, neue Technologien einzusetzen, um die Arbeitsweise zu verändern, war in Norwegen am höchsten (83,6 Prozent) und in Deutschland am geringsten (39,6 Prozent).
  • Laut Einschätzung des befragten Krankenhauspersonals ist Deutschland im europäischen Vergleich auf die Implementierung und Anwendung digitaler Technologien am wenigsten vorbereitet.

Dabei hat gerade die COVID-19-Pandemie gezeigt, dass das erhöhte Arbeitsaufkommen vielerorts auch in Deutschland Krankenhäuser an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Überlebensfähigkeiten geführt hat. Das lag zum Teil auch an unnötig hohen Kosten für IT und Verwaltung. Als weitere Herausforderungen kommen aktuell Faktoren wie der Fachkräftemangel und eine überalternde Bevölkerung hinzu.

Die Einführung von cloudbasierten Management-Tools kann die Effizienz des Krankenhauspersonals im Dienst hingegen deutlich steigern. Denn sie führt zu spürbaren Zeitersparnissen und schont dadurch gleichzeitig Ressourcen, die wiederum für die Patientenbehandlung insbesondere in der Intensivmedizin eingesetzt werden können. Technologien wie das Cloud Computing können also durchaus entlastend wirken und dazu beitragen, den Rückstand der Digitalisierung in Kliniken und Krankenhäusern aufzuholen. Daneben sorgen sie dafür, dass die Privatsphäre der Patienten noch besser geschützt wird.

Die finanziellen Mittel, die für die Investitionen in Cloud-Technologien erforderlich sind, sind im Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) geregelt, mit dem der Bund ausdrücklich die Digitalisierung der Krankenhäuser fördert. Das KHZG führt die förderungswürdige Nutzung von Cloud Computing auf und nennt die digitale Dokumentation durch Spracherkennung als Arbeitsmittel für Ärzte.

Wie bereits erläutert, sind digitale Patientenakten oder allgemeine medizinische Daten ein höchst empfindliches und extrem schützenswertes Gut und unterliegen besonderen Regelungen, Verordnungen und Gesetzen, darunter:

  • die Europäische Grundrechtecharta,
  • die EU-DSGVO,
  • das Bundesdatenschutzgesetz,
  • das Sozialgesetzbuch, insbesondere SGB X,
  • der § 203 des Strafgesetzbuches, der auch medizinische Daten adressiert (ärztliche Schweigepflicht),
  • das Infektionsschutzgesetz (Stichworte: Corona-Warn-Apps und der Schutz der Daten) und
  • das Telemedien- und Telekommunikationsgesetz.

Es werden allerdings immer wieder Fälle bekannt, in denen der Datenschutz für medizinische Daten im Krankenhaus nicht eingehalten wird und Krankenakten unberechtigterweise oder entgegen der Einwilligung der Patienten eingesehen oder sogar gestohlen und weitergegeben werden. Die besonderen Bestimmungen werden oft als "Hemmschuh des Fortschritts" bezeichnet. Dabei sind es gerade die technischen Möglichkeiten der Cloud im Gesundheitswesen, die die Einhaltung der Gesetze und Verordnungen erleichtern und den Schutz der Patientendaten ermöglichen.

Durch moderne Verschlüsselungstechnologien, einer breitbandigen Vernetzung aller beteiligten Einrichtungen und hochperformanten Rechenzentren, in denen die medizinischen Daten verwahrt werden, lässt sich das geltende Datenschutzrecht im Sinne von Patienten und behandelnden Ärzten einhalten.

Laptop, Tablet und Smartphone sind voreinander aufgereiht.
Hybrid Cloud Strategie – flexible und sichere Lösung für das Gesundheitswesen
  • externer Cloud-Server in sicheren Rechenzentren plus hausinterner NAS-Server
  • jederzeit Zugriff mit allen Endgeräten
  • Synchronisierung von Patientendaten ermöglicht Work and Share
  • kein VPN erforderlich
  • Datenhoheit zu 100 % bei den Nutzern
  • Cloud und NAS frei nach Bedarf skalierbar
  • höchste Sicherheitsstandards dank dreifacher Verschlüsselung und Zero-Knowledge-Prinzip

Sicherheit gewährleisten bei niedrigerem Administrationsaufwand

Cloud Computing ist eine Form des Outsourcings. Wenn die Datenhaltung eines Krankenhauses in zuverlässige Hände gelegt wird, entsteht hierdurch nicht nur eine massive Kosteneinsparung, sondern auch eine deutliche Steigerung der Datensicherheit. Im eigenen Haus müssen keine IT-Sicherheitstechniken mehr eingesetzt, administriert und gewartet werden. Dafür sorgen professionelle Cloud-Anbieter wie luckycloud, die nach höchsten Sicherheitsstandards arbeiten. Dadurch wird das Risiko von Datenlecks und Hackerangriffen auf nahezu null heruntergefahren. Hinzu kommen wegfallende Wartungen in der eigenen IT-Fachabteilung und eine dezentrale Datenspeicherung, die dafür sorgt, dass keine Daten durch ausfallende Technik mehr verloren gehen. Darüber hinaus können Administratoren die Zugriffsrechte für einzelne Abteilungen durch die Einrichtung separater Datenräumen smart managen, sicher verarbeiten und vor unberechtigten Blicken schützen.

Steigerung der Patientenzufriedenheit durch Cloud-Services

Gesundheitseinrichtungen aller Art sind um die optimale medizinische Versorgung bemüht. Dazu gehört heute jedoch auch eine zuverlässige und sichere Konnektivität der Patienten und des Krankenhauspersonals. Cloudbasierte Informationsportale und Plattformen ermöglichen den Einblick in die Behandlungshistorie für berechtigte Personen und erlauben es Ärzten sowie dem Krankenhauspersonal, im Dienst vernetzt Informationen bereitzustellen.

Mit der passenden Infrastruktur sind alle relevanten Informationen an einem Ort verfügbar, ohne dass sich Ärzten und Patienten mühsam durch mehrere Instanzen durcharbeiten müssen, um alle wichtigen Informationen zu erhalten. Hierzu ist eine dezentrale Speicherung sowie ein zeit- und ortsunabhängiger Zugriff auf die Daten von großer Bedeutung. Durch die sofortige Verfügbarkeit aller Gesundheitsdaten lassen sich darüber hinaus individuellere und vor allem schnellere Behandlungen für Patienten gewährleisten.

Potenziale der Cloud für das Gesundheitswesen ausschöpfen

Mit einer zeitgemäßen Infrastruktur-Management-Lösung und der Unterstützung eines professionellen Cloud-Anbieters gelingt die Digitalisierung auch im Gesundheitswesen. Die Cloud erfüllt auf Grundlage der vier Säulen Flexibilität, Agilität, Sicherheit und Technologie (auch unter dem Akronym FAST bekannt) die für sicherheitsrelevante Netzwerke im Gesundheitswesen gültigen Anforderungen.

Der Weg in die Cloud birgt vielfältigen Nutzen in sich: Optimierung der Konnektivität und des Informationsaustausches, sicheres Speichermanagement für die Patientendaten sowie ein zentralisiertes Management sind nur einige davon. Alle Aspekte haben gemeinsam, dass sie das medizinische Personal bei ihrer wichtigsten Aufgabe unterstützen: der Patientenversorgung. Studien zeigen, dass Deutschland im europäischen und weltweiten Vergleich zurückliegt, sodass hier durchaus Potenzial besteht, Prozesse zu optimieren und das Gesundheitssystem in den nächsten Jahren durch die Implementierung sicherer Cloud-Lösungen effizienter zu gestalten sowie die Patientenzufriedenheit zu steigern.

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